BKK Miele Logo

Miele Bielefeld

Bereich:

Historie

Eine Betriebskrankenkasse wird gegründet
"Die Arbeiter vor Not schützen, wenn Krankheit über sie kommt"

Fürsorge für den Mitarbeiter findet sichtbaren Ausdruck in den sozialen Einrichtungen des Unternehmens, unter denen die bereits zehn Jahre nach der Miele Firmengründung eingerichtete Betriebskrankenkasse den Anfang machte.

Die Verantwortlichen der Krankenkasse – Firmenleitung und Vertretung der Beschäftigten in gemeinsamem Handeln – sehen es als ihre Aufgabe an, „die Arbeiter vor Not zu schützen, wenn Krankheit über sie kommt." In den frühen Jahren sind es oft noch Anliegen, die uns heute als unbedeutend erscheinen mögen, doch zu ihrer Zeit in den Vorstandssitzungen diskutable Tagesordnungspunkte, die eines Vorstandsbeschlusses bedürfen. So wird schon in einer der ersten Vorstandssitzungen unter dem Vorsitzenden Peter Thöne (Stellvertreter und Kassenführer August Bertram) von den Beisitzern Julius Brinkmann, Wilhelm Güthenke, Heinrich Lindemann, Heinrich Stricker und Heinrich Varnholt beschlossen, dem Dreher Paul Kranzmann die ihm durch Zahnoperation entstandenen Kosten im Betrag von 1 DM zu ersetzen oder dass für Fahrten zum auswärts wohnenden Spezialarzt der Ersatz der Fahrtkosten für die vierte Klasse geleistet wird. Bei 82 Kassenmitgliedern im Gründungsjahr kennt man einander und weiß um die persönlichen Sorgen der Kollegen.

Erweiterte Leistungen

Die Leistungen der Betriebskrankenkassen werden, teilweise über die gesetzlichen Bestimmungen hinausgehend beziehungsweise ihnen vorgreifend, in der Zeit bis zum Ersten Weltkrieg bedeutend erweitert.

1910 kommen freie ärztliche Behandlung und freie Arznei für die Frauen der Mitglieder hinzu, im Jahr darauf auch für die im Haushalt wohnenden, nicht erwerbstätigen Kinder. Wenig später folgen Krankengeld bei Arbeitsunfähigkeit in Höhe von 50 Prozent und hernach 75 Prozent des Grundlohns, Wöchnerinnenhilfe, Sterbegeld beim Tod des Ehegatten oder eines Kindes des Versicherten, die Einführung der Krankenpflege für versicherungsfreie Eltern, deren Unterhalt in der Hauptsache dem Versicherten zur Last fällt, und andere Leistungen.

Freie Arztwahl

Sparsames Wirtschaften macht die Betriebskrankenkasse finanziell unabhängig. Wenn es gilt, die Rechte der Betriebskrankenkasse zu verteidigen, etwa bei der angedrohten Auflösung und Überführung in Ortskrankenkassen durch ein neues Sozialversicherungsgesetz im Kaiserreich oder bei Konfliken mit Ärzteverbänden, dann halten die Verantwortlichen der Miele-Krankenkasse mit ihrer Meinung nicht hinter dem Berge, wie dem Protokoll zu entnehmen ist. So setzen sie sich vehement zum Beispiel dafür ein, dass jeder Arzt, ob er einer Berufsvereinigung angehört oder nicht, ob er Allopath, Homöopath und Naturheilarzt ist, als Kassenarzt betrachtet wird. "Wir wollen mit jedermann in Ruhe und Frieden leben, aber nicht auf Kosten der Beschränkung unserer Rechte", verzeichnet das Protokoll.

files/Bilder/historie.gif